Esther Eppstein spricht mit der Kulturjournalistin Susanna Koeberle über dreissig Jahre „message salon“. Der aktuelle Ausstellungsort im Kunstraum „Kupper Modern“ an der Zwinglistrasse ist dabei für Esther Eppstein von besonderer Bedeutung, denn die Zwinglistrasse ist mit ihrer Familiengeschichte verknüpft und somit auch mit ihrem Weg als Künstlerin.
Daneben steht die Praxis des „Salons“ im Fokus des Künstlergesprächs. Esther Eppstein nennt ihren Kunstraum „message salon“ auch in Refernz an die Tradition europäischer und amerikanischer Salons, bei denen oftmals Frauen jüdischer Herkunft prägend waren, so wie die amerikanische Schriftstellerin Gertrude Stein, die an der rue de Fleurus in Paris residierte und in ihrem Salon viele berühmte Gäste von Pablo Picasso bis Ernest Hemingway empfing und damit in die Kunstgeschichte der Moderne eingegangen ist.
Gertrude Stein und ihre Lebenspartnerin Alice B. Toklas, spielen in der aktuellen Ausstellung „message salon so long“ ebenfalls eine Rolle. Der seit der Ära Perla-Mode im message salon aktive Multimediakünstler Amos Angeles präsentiert zum 30-jährigen Jubiläum von message salon die exklusive Goldtaler Space-Edition seines Früchtebrots Goldstei. Die Goldtaler sind ein Kunstwerk mit besonderer Geschichte und Wirkung. Was es mit diesen Goldstei-Talern auf sich hat, könnte mit dem wieder aufgetauchten Briefwechsel zwischen der weltberühmtesten Salonière Gertrude Stein und der stadtbekannten Salonière Esther Eppstein aka Madame l’Ambassadeur, in Zusammenhang stehen.
Susanna Koeberle ist Kulturjournalistin und Vorstandsmitglied bei Omanut, sie lebt in Zürich.